Um auf der Facebook-Seite mehr „Gefällt mir“ zu bekommen oder die Interaktion mit den Nutzern zu steigern, investieren Unternehmen immer öfter in Facebook Werbung. Wenn sich der gewünschte Erfolg jedoch nicht einstellt, geben sie rasch auf. Oft liegt es aber nur an der falsch definierten Zielgruppe, wenn die Ergebnisse nicht zufriedenstellend sind.Vor Kurzem hatte ich ein Gespräch mit einer Kleinunternehmerin, die in einer Herrenboutique hochpreisige Accessoires verkauft und seit einigen Monaten eine Facebook-Seite betreibt.

Bei meinem letzten Besuch kamen wir auf das Thema Facebook-Werbung zu sprechen. Die Kundin hatte bereits wiederholt Ads geschaltet, um die Zahl ihrer „Likes“ zu erhöhen. Auch das Bewerben von Angeboten hatte sie versucht, allerdings mit mäßigem Erfolg.

Für den Valentinstag hatte sie wieder ein Special vorbereitet. In ihrer Herrenboutique sollte es Krawatten zu einem ermäßigten Preis geben, nett verpackt und mit einem knallroten Anhänger versehen. Dieses Angebot wollte sie nun auf Facebook posten und bewerben. Ohne definierte Zielgruppe hätten das Posting über 3 Mio Facebook Nutzer gesehen. Daher empfahl ich der Kundin, eine maßgeschneiderte Zielgruppe zu erstellen. Und so gingen wir vor:

Die maßgeschneiderte Zielgruppe für das Valentine’s Special

  • Da sich Männer kaum ihr eigenes Valentinstag-Geschenk kaufen, wählten wir im ersten Schritt die Zielgruppe Frauen aus.
  • Die Krawatten sind exklusiv (=hochpreisig), andererseits hat der Valentinstag bei älteren Kundinnen keine so große Bedeutung. Also wurden nur Nutzer mit Hochschulausbildung und zwischen 30-50 Jahren ausgewählt.
  • Da sich das Geschäft in Wien befindet, waren nur Nutzer, die in und in der Umgebung von Wien wohnen interessant.
  • Bei einem Geschenk für den Valentinstag spielt der Beziehungsstatus natürlich eine große Rolle. In unserem Fall waren das Nutzer die angegeben hatten, verheiratet oder verlobt sowie in einer Beziehung zu sein.
  • Um die Zielgruppe noch genauer zu definieren, sollten die Nutzer als Interessen „Einkaufen und Mode“ angegeben haben.

Um die Zielgruppe noch genauer zu definieren, sollten die Nutzer als Interessen „Einkaufen und Mode“ angegeben haben.
Aus einer Reichweite von über 3 Mio wurde somit eine maßgeschneiderte Zielgruppe von 16.000 Nutzern. Die Boutique-Inhaberin investierte etwa 20 Euro in die Werbeeinschaltung. Das Ergebnis: 20 Kunden verlangten dezidiert nach dem Valentinstag-Angebot, 14 Personen kauften es dann auch.